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Wunn und Weid

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Autor: Claudius Gurt | Stand: 31.12.2011

Die gängige Formel Wunn und Weid steht allgemein für das Weideland sowie das entsprechende Nutzungsrecht. Sie wurde in der Pertinenzformel von Kauf-, Erb-, Lehens- und Tauschverträgen (Urkunden) häufig verwendet (also in der formelhaften Angabe aller bei Gebietsübertragungen betroffenen Örtlichkeiten, Gebäude usw.). Speziell war damit das allen Viehbesitzern zustehende Recht bezeichnet, ihr Vieh auf allen nicht eingefriedeten Feldern auf Gemeindegebiet weiden zu lassen, wobei das Recht zeitlich auf die Zeit nach der Ernte bis zum April eingeschränkt war, auf brachliegendem Land aber uneingeschränkt blieb (vgl. auch Atzungsrecht).

Ob die von Trier vorgeschlagene Unterscheidung, wonach «Wunne» die Nutzung des Futterlaubs von Bäumen, Sträuchern und Hecken, «Weide» dagegen die Grasnutzung bezeichnet, auch für den liechtensteinischen Raum gilt, ist aufgrund der vorhandenen Quellen nicht zu entscheiden.

Literatur

J. Trier: Venus, 1963, 79; Schweizerisches Idiotikon 16, 333–337.

Zitierweise

Claudius Gurt, «Wunn und Weid», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Wunn_und_Weid, abgerufen am 19.2.2019.