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Büchel, Peter (1872–1958)

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Autor: Donat Büchel | Stand: 31.12.2011

Landtagsabgeordneter und Regierungsrat. *29.6.1872 Mauren, †24.4.1958 Mauren, von Mauren. Sohn des Kaspar und der Josefa, geb. Öhri, zehn Geschwister, u.a. die Priester Johann Anton und Alfons (1881–1970).  12.5.1907 Maria Paulina Kaiser (*29.1.1881, †5.6.1966), Tochter des Landtagsabgeordneten und Gemeindevorstehers Jakob Kaiser, zwei Söhne, u.a. Landtagsabgeordneter Alfons.

Landwirt. 1903–06 Mitglied des Maurer Gemeinderats, 1916–22 Vermittler, 1925–34 Vermittler-Stellvertreter. Landesschätzer-Stellvertreter. 1914–18 stellvertretender Landtagsabgeordneter, 1918–39 Landtagsabgeordneter (FBP), 1922–23 Landtagsvizepräsident, zeitweilig Mitglied der Finanzkommission und des Landesausschusses sowie Schriftführer. Mitglied der FBP-Delegationen bei den Schlossverhandlungen (11.9. und 15.9.1920) und der Verfassungskommission (März 1921). 1922 bis Januar 1926 Oppositionsführer im Landtag.

1926–38 war Büchel Regierungsrat. Auf den Versuch der Volkspartei, Büchel eine Mitschuld am Sparkassaskandal zu geben, verlangte er selbst eine Untersuchung («Disziplinarverfahren Büchel») und wurde von allen Vorwürfen freigesprochen. In der Regierung vertrat Büchel bäuerliche Anliegen und befürwortete den Binnenkanalbau und die damit verbundene Rietentwässerung und Arbeitsplatzbeschaffung. Er stellte sich gegen den Proporz und einen Ausgleich mit der VU, demissionierte aber im März 1938 (wie die ganze Regierung) freiwillig, um den Parteienfrieden zu gewährleisten.

Von bäuerlich-konservativen und religiösen Werten geprägt, rief Büchel in der Wirtschaftskrise zu Einfachheit und Sparsamkeit auf. Er war ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und wurde am 25.3.1939 in den Ausschuss der Heimattreuen Vereinigung Liechtenstein gewählt.

1920 Regierungsjubiläums-Erinnerungsmedaille, verliehen von Fürst Johann II., 1937 Komturkreuz des fürstlich liechtensteinischen Verdienstordens, 1938 Fürstlicher Rat.

Literatur

  • Arthur Brunhart: Peter Büchel (1872–1958). Politiker und Landwirt, in: Menschen, Bilder und Geschichten. Mauren von 1800 bis heute, hg. von Herbert Oehri, Bd. 1, Mauren 2006, S. 218–223.
  • Peter Geiger: Krisenzeit. Liechtenstein in den Dreissigerjahren 1928–1939, 2 Bände, Vaduz/Zürich 1997, 22000.
  • Die Schlossabmachungen vom September 1920. Studien und Quellen zur politischen Geschichte des Fürstentums Liechtenstein im frühen 20. Jahrhundert, hg. von der Vaterländischen Union, Redaktion: Arthur Brunhart, Vaduz 1996.
  • Johannes Kaiser: 70 Jahre FBP. Arbeit für Liechtenstein, hg. von der Fortschrittlichen Bürgerpartei, Schaan 1988, S. 37f.
  • Paul Vogt: 125 Jahre Landtag, hg. vom Landtag des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz 21988, S. 153.

Nachrufe

  • Liechtensteiner Volksblatt, 26.4.1958.
  • Liechtensteiner Vaterland, 26.4.1958.

Zitierweise

Donat Büchel, «Büchel, Peter (1872–1958)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Büchel,_Peter_(1872–1958), abgerufen am 26.6.2022.

Medien

Peter Büchel (1872–1958), Fotografie (LI LA).
Die liechtensteinische Regierung um 1928, v.l. Regierungschef Dr. Josef Hoop, Regierungsräte Peter Büchel und Joseph Gassner, Regierungssekretär Ferdinand Nigg (Liechtensteinisches Landesarchiv, B 222/006/001a, Foto: Landesarchiv).