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Haas, Albert

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Autorin: Rita Vogt-Frommelt | Stand: 31.12.2011

Galerist und Buchhändler. *22.10.1913 Bregenz, †18.8.1998 Vaduz, von Mauren. Sohn des Jakob und der Anna, geb. Beck, vier Geschwister. Ledig. Handelsschule in Bregenz, danach kfm. Ausbildung. Es folgten Tätigkeiten als Buchhändler in München und Berlin; zudem war er als Philatelist tätig. Haas wurde vor 1937 wegen illegaler nationalsozialistischer Tätigkeit aus Österreich nach Deutschland (Lindau) ausgewiesen. Nach dem österreichischen Anschluss 1938 bekleidete er in Landeck (Tirol) das Amt eines «HJ-Bannführers». Als solcher instruierte er auch Vertreter der liechtensteinischen «Volksdeutschen Jugend». 1941 übersiedelte Haas nach Vaduz, wo er eine Buchhandlung – längere Zeit die einzige in Liechtenstein – und später eine Papeterie eröffnete. Er sass 1943–45 in Österreich in Gestapohaft und kehrte anschliessend nach Vaduz zurück.

Ende der 1940er Jahre begann Haas, in seinem Geschäft neben Büchern auch Briefmarken, Münzen, Antiquitäten, Kunstgegenstände und Souvenirs anzubieten. Ab 1965 organisierte er in Vaduz Ausstellungen mit Werken von Salvador Dalí, Pablo Picasso, Jean Cocteau, Georges Braque und Marc Chagall. Nach dem 1967–68 erfolgten Umbau der Geschäftsräumlichkeiten eröffnete er dort die erste Galerie in Liechtenstein. Diese wurde v.a. durch die Förderung der «Wiener Schule des Phantastischen Realismus» (z.B. Ernst Fuchs, Arik Brauer, Rudolf Hausner) international bekannt. Aber auch einheimischen Kunstschaffenden, z.B. Georg Malin und Tini Ospelt, bot Haas eine Plattform. 1988 Grosse Verdienstmedaille in Gold der Gemeinde Vaduz.

Literatur

LVbl., 10.11.1988; Geiger: Krisenzeit 2, 22000, 23, 200; Mauren 2, 2007, 287f.

Nachrufe

LVa., 22.8.1998; LVbl., 22.9.1998.

Zitierweise

Rita Vogt-Frommelt, «Haas, Albert», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Haas,_Albert, abgerufen am 23.5.2019.