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Hofstatt (Hofstattrecht): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Hofstatt, auch ''hofreite'' (von mittelhochdeutsch ''reide'' für Umkreis, lateinisch ''area'', in Bündner Urkunden lateinisch ''solamen'') ist der Platz im Dorf, auf dem das Haus mit Nebengebäuden (Stall, Schopf, Scheiterhaus usw.), Torkel, umfriedetem Garten und Misthaufen steht. Mit der Hofstatt sind Rechte verbunden, die durch die Hofstatt und nicht durch das Haus vermittelt werden, besonders Nutzungsrechte an Feldflur und Gemeinland, Wald- und Weidenutzung, Alprechte, Bürgerrecht oder Ämterzugang. Dazu gehört auch das Recht, auf einer Hofstatt, und zwar nur hier, ein Gebäude neu zu errichten, mit dem die Hofstatt früher einmal besetzt war. Diese altem Gewohnheitsrecht entsprechende Vorschrift findet sich in der Triesner Gemeindeordnung von 1740 und wurde 1806 im fürstlichen Erlass über das [[Hausbauverbot]] für Liechtenstein bestätigt. Hofstatt und Hofstattrecht sind seit dem Spätmittelalter in Urkunden und Urbaren zahlreich überliefert.
 
Die Hofstatt, auch ''hofreite'' (von mittelhochdeutsch ''reide'' für Umkreis, lateinisch ''area'', in Bündner Urkunden lateinisch ''solamen'') ist der Platz im Dorf, auf dem das Haus mit Nebengebäuden (Stall, Schopf, Scheiterhaus usw.), Torkel, umfriedetem Garten und Misthaufen steht. Mit der Hofstatt sind Rechte verbunden, die durch die Hofstatt und nicht durch das Haus vermittelt werden, besonders Nutzungsrechte an Feldflur und Gemeinland, Wald- und Weidenutzung, Alprechte, Bürgerrecht oder Ämterzugang. Dazu gehört auch das Recht, auf einer Hofstatt, und zwar nur hier, ein Gebäude neu zu errichten, mit dem die Hofstatt früher einmal besetzt war. Diese altem Gewohnheitsrecht entsprechende Vorschrift findet sich in der Triesner Gemeindeordnung von 1740 und wurde 1806 im fürstlichen Erlass über das [[Hausbauverbot]] für Liechtenstein bestätigt. Hofstatt und Hofstattrecht sind seit dem Spätmittelalter in Urkunden und Urbaren zahlreich überliefert.
 
==Quellen==
 
==Quellen==
[http://www.eliechtensteinensia.li/viewer/search/DC:hvfl;;DC:hvfl.lub;;/-/1/CURRENTNOSORT/-/ LUB I], [http://www.lub.li/ LUB II].  
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* [http://www.eliechtensteinensia.li/viewer/search/DC:hvfl;;DC:hvfl.lub;;/-/1/CURRENTNOSORT/-/ Liechtensteinisches Urkundenbuch, Teil I: Von den Anfängen bis zum Tod Bischof Hartmanns von Werdenberg-Sargans-Vaduz 1416], 6 Bände, bearb. von Franz Perret, Benedikt Bilgeri, Georg Malin und Otto P. Clavadetscher, Vaduz 1948–1996 (LUB I/1–6).<br />
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* [http://www.lub.li/ Liechtensteinisches Urkundenbuch, Teil II: Die Herrschaftszeit der Freiherren von Brandis, 1416–1510], bearb. von Claudius Gurt (LUB II digital).
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==Literatur==
 
==Literatur==
Büchel: [http://www.eliechtensteinensia.li/viewer/image/000000453_2/6/#topDocAnchor Triesen], 1902, bes. 238f.; J. Büchel: [http://www.eliechtensteinensia.li/viewer/image/000000453_32/41/LOG_0009/ Zur liechtensteinischen Bauordnung], in: JBL 32 (1932), 41–52, hier 44f.; K.S. Bader: Das mittelalterliche Dorf als Friedens- und Rechtsbereich, Bd. 1 (1957), 52–74, Bd. 2 (1962), 140, Bd. 3 (1973), 184–187.
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* ''Karl Siegfried Bader:'' Das mittelalterliche Dorf als Friedens- und Rechtsbereich, Bd. 1 (1957), S. 52–74, Bd. 2 (1962), S. 140, Bd. 3 (1973), S. 184–187.<br />
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* ''Josef Büchel:'' [http://www.eliechtensteinensia.li/viewer/image/000000453_32/41/LOG_0009/ Zur liechtensteinischen Bauordnung], in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 32 (1932), S. 41–52, hier S. 44f. <br />
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* ''Johann Baptist Büchel:'' [http://www.eliechtensteinensia.li/viewer/image/000000453_2/6 Geschichte der Pfarrei Triesen], in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 2 (1902), S. 3–308, hier S. 238f.<br />
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== Zitierweise ==
 
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<small>Karl Heinz Burmeister, «{{SEITENNAME}}», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL:  https://historisches-lexikon.li/Hofstatt_(Hofstattrecht), abgerufen am {{JETZIGER_TAG}}.{{JETZIGER_MONAT_1}}.{{JETZIGES_JAHR}}.</small>
 
<small>Karl Heinz Burmeister, «{{SEITENNAME}}», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL:  https://historisches-lexikon.li/Hofstatt_(Hofstattrecht), abgerufen am {{JETZIGER_TAG}}.{{JETZIGER_MONAT_1}}.{{JETZIGES_JAHR}}.</small>

Aktuelle Version vom 25. Juni 2020, 12:54 Uhr

Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Die Hofstatt, auch hofreite (von mittelhochdeutsch reide für Umkreis, lateinisch area, in Bündner Urkunden lateinisch solamen) ist der Platz im Dorf, auf dem das Haus mit Nebengebäuden (Stall, Schopf, Scheiterhaus usw.), Torkel, umfriedetem Garten und Misthaufen steht. Mit der Hofstatt sind Rechte verbunden, die durch die Hofstatt und nicht durch das Haus vermittelt werden, besonders Nutzungsrechte an Feldflur und Gemeinland, Wald- und Weidenutzung, Alprechte, Bürgerrecht oder Ämterzugang. Dazu gehört auch das Recht, auf einer Hofstatt, und zwar nur hier, ein Gebäude neu zu errichten, mit dem die Hofstatt früher einmal besetzt war. Diese altem Gewohnheitsrecht entsprechende Vorschrift findet sich in der Triesner Gemeindeordnung von 1740 und wurde 1806 im fürstlichen Erlass über das Hausbauverbot für Liechtenstein bestätigt. Hofstatt und Hofstattrecht sind seit dem Spätmittelalter in Urkunden und Urbaren zahlreich überliefert.

Quellen

Literatur

  • Karl Siegfried Bader: Das mittelalterliche Dorf als Friedens- und Rechtsbereich, Bd. 1 (1957), S. 52–74, Bd. 2 (1962), S. 140, Bd. 3 (1973), S. 184–187.
  • Josef Büchel: Zur liechtensteinischen Bauordnung, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 32 (1932), S. 41–52, hier S. 44f.
  • Johann Baptist Büchel: Geschichte der Pfarrei Triesen, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 2 (1902), S. 3–308, hier S. 238f.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Hofstatt (Hofstattrecht)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hofstatt_(Hofstattrecht), abgerufen am 2.7.2020.