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Hohenems, Jakob Hannibal II. von: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei seinem frühen Tod hinterliess der hochverschuldete Jakob Hannibal II. zwei unmündige Söhne. 1647 fiel den Schweden die auf das Schloss Bregenz in Sicherheit gebrachte bewegliche Habe des Hauses Hohenems in die Hände. Die auf einem Kupferstichporträt überlieferte Devise «Fortuna viris invida fortibus» (Glück ist den tapferen Männern missgünstig) schien sich bewahrheitet zu haben. Auch der Chronist Ransperg vertrat die Meinung, dass «diser Graff seinen Anherren in Keinem ding als in dem Namen gleich gewesen».
 
Bei seinem frühen Tod hinterliess der hochverschuldete Jakob Hannibal II. zwei unmündige Söhne. 1647 fiel den Schweden die auf das Schloss Bregenz in Sicherheit gebrachte bewegliche Habe des Hauses Hohenems in die Hände. Die auf einem Kupferstichporträt überlieferte Devise «Fortuna viris invida fortibus» (Glück ist den tapferen Männern missgünstig) schien sich bewahrheitet zu haben. Auch der Chronist Ransperg vertrat die Meinung, dass «diser Graff seinen Anherren in Keinem ding als in dem Namen gleich gewesen».
 
==Literatur==
 
==Literatur==
''Květa Křížová, David Junek:'' Gemäldegalerie der Grafen von Hohenems. Katalog zur ständigen Schausammlung, Städtisches Museum und Galerie Polička, Polička 1999.<br />
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* ''Květa Křížová, David Junek:'' Gemäldegalerie der Grafen von Hohenems, Katalog zur ständigen Schausammlung, Städtisches Museum und Galerie Polička, Polička 1999.<br />
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* ''Benedikt Bilgeri:'' Geschichte Vorarlbergs, Bd. 3, 1977.
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* ''Ludwig Welti:'' Graf Kaspar von Hohenems, 1573–1640. Ein adeliges Leben im Zwiespalte zwischen friedlichem Kulturideal und rauher Kriegswirklichkeit im Frühbarock, Innsbruck 1963.<br />
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* ''Meinrad Tiefenthaler:'' Die Herrschaft Feldkirch, in: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Feldkirch, bearb. von Dagobert Frey, Wien 1958 (= Österreichische Kunsttopographie, Bd. 32), S. 417.<br />
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* ''Ludwig Welti:''Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau. Ein Beitrag zur Einigungsgeschichte Vorarlbergs, Innsbruck 1930, S. 117f.
  
''Benedikt Bilgeri:'' Geschichte Vorarlberg, Bd. 3, 1977.
 
 
''Ludwig Welti:'' Graf Kaspar von Hohenems, 1963.<br />
 
 
''Dagobert Frey:'' Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Feldkirch, 1958, S. 417.<br />
 
 
''Ludwig Welti:'' Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes
 
Lustenau – ein Beitrag zur Einigungsgeschichte Vorarlbergs, 1930, S. 117f.
 
 
== Zitierweise ==
 
== Zitierweise ==
 
<small>Karl Heinz Burmeister, «{{SEITENNAME}}», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL:  https://historisches-lexikon.li/Hohenems,_Jakob_Hannibal_II._von, abgerufen am {{JETZIGER_TAG}}.{{JETZIGER_MONAT_1}}.{{JETZIGES_JAHR}}.</small>
 
<small>Karl Heinz Burmeister, «{{SEITENNAME}}», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL:  https://historisches-lexikon.li/Hohenems,_Jakob_Hannibal_II._von, abgerufen am {{JETZIGER_TAG}}.{{JETZIGER_MONAT_1}}.{{JETZIGES_JAHR}}.</small>

Aktuelle Version vom 30. Juni 2020, 15:11 Uhr

Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Landesherr. *20.3.1595, †10.4.1646. Sohn des Kaspar und der Eleonora Philippina Freifrau von Welsberg und Primör, sieben Geschwister, u.a. Franz Maria. 1) 1616 Anna Sidonia von Teschen-Grossglogau (†1619) (Pläne einer reichen italienischen Heirat hatten sich zerschlagen), 2) 1620 Franziska Katharina von Hohenzollern-Hechingen; aus der zweiten Ehe vier Kinder, u.a. Karl Friedrich und Franz Wilhelm I. Ab 1640 regierender Graf in Hohenems, ab 1642 auch in Vaduz (möglicherweise schon ab 1640 zusammen mit seinem Bruder Franz Maria).

Jakob Hannibals Erziehung übernahm von 1604 bis 1607 dessen geistlicher Vaterbruder Märk Sittich IV., der ab 1612 Erzbischof von Salzburg war. Jakob Hannibal lebte bei Märk Sittich in Konstanz und Salzburg, wo er erzbischöflicher Obersthofmarschall wurde. Er immatrikulierte sich 1615 an der Universität von Siena (I) und begleitete seinen Onkel 1615–16 auf einer Bildungsreise nach Italien (Venedig, Rom).

Der verweichlichte und dem Luxus zuneigende Jakob Hannibal II. übernahm – nachdem er bereits 1614 eine Exspektanz darauf erhalten hatte – 1620 von seinem Vater die Vogtei Feldkirch, die er bis 1646 innehatte. Er versuchte an die kriegerische Tradition seiner Vorfahren anzuknüpfen, hatte aber als spanischer Oberst in den Niederlanden wenig Erfolg (es hat sich ein um 1620 angefertigter schwerer, schwarzer Feldkürass mit vergoldeten Nieten aus seinem Besitz erhalten). Als Hofmarschall begleitete er Erzherzog Leopold und dessen Gemahlin Claudia 1627–28 ins Elsass, wo er während des Hoflagers in Ensisheim einen Jagdunfall erlitt (wovon die Devise auf seinem Kupferstichporträt zeugt). Im Schwedenkrieg 1632 erwies er sich erneut als unfähig, geriet in Gefangenschaft und wurde in Ulm (D) inhaftiert. Wiederholt wurde Jakob Hannibal II. mit der Anwerbung von Truppen beauftragt, so 1637 vom Mailänder Gouverneur. Als Oberstallmeister begleitete er 1637 die Erzherzogin Claudia von Medici-Tirol zur Hochzeit der Kaiserstochter Cäcilia Renate mit dem polnischen König Ladislaus IV. nach Wien und Warschau. Ab Anfang 1638 war Jakob Hannibal II. geheimer Regierungsrat im Hofdienst bei der Erzherzogin Claudia in Innsbruck. 1641 folgte er seinem Vater in der Regierung nach, zugleich auch als Lehensträger für seinen Bruder. Bei seinem frühen Tod hinterliess der hochverschuldete Jakob Hannibal II. zwei unmündige Söhne. 1647 fiel den Schweden die auf das Schloss Bregenz in Sicherheit gebrachte bewegliche Habe des Hauses Hohenems in die Hände. Die auf einem Kupferstichporträt überlieferte Devise «Fortuna viris invida fortibus» (Glück ist den tapferen Männern missgünstig) schien sich bewahrheitet zu haben. Auch der Chronist Ransperg vertrat die Meinung, dass «diser Graff seinen Anherren in Keinem ding als in dem Namen gleich gewesen».

Literatur

  • Květa Křížová, David Junek: Gemäldegalerie der Grafen von Hohenems, Katalog zur ständigen Schausammlung, Städtisches Museum und Galerie Polička, Polička 1999.
  • Benedikt Bilgeri: Geschichte Vorarlbergs, Bd. 3, 1977.
  • Ludwig Welti: Graf Kaspar von Hohenems, 1573–1640. Ein adeliges Leben im Zwiespalte zwischen friedlichem Kulturideal und rauher Kriegswirklichkeit im Frühbarock, Innsbruck 1963.
  • Meinrad Tiefenthaler: Die Herrschaft Feldkirch, in: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Feldkirch, bearb. von Dagobert Frey, Wien 1958 (= Österreichische Kunsttopographie, Bd. 32), S. 417.
  • Ludwig Welti:Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau. Ein Beitrag zur Einigungsgeschichte Vorarlbergs, Innsbruck 1930, S. 117f.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Hohenems, Jakob Hannibal II. von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Hohenems,_Jakob_Hannibal_II._von, abgerufen am 2.7.2020.

Medien

Jakob Hannibal II. von Hohenems, 1617. Ölgemälde eines unbekannten Künstlers. © Städtisches Museum und Galerie Polička (G os 137).