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Jäger, Louis: Unterschied zwischen den Versionen

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===Autorin: Rita Vogt-Frommelt | Stand: 31.12.2011===
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===Autorin: Rita Vogt-Frommelt | Stand: 7.5.2021===
Künstler. *30.4.1930 Mauren, von Mauren, wohnhaft in Schaanwald (Gemeinde Mauren). Sohn des Georg und der Hilda, geb. Fehr, Tochter des Landtagsabgeordneten [[Fehr, Wilhelm|Wilhelm Fehr]], fünf Geschwister. <big>⚭</big> 7.9.1967 Marlen Eberle (*9.8.1941), zwei Kinder. Je ein Jahr Keramikmaler in Nendeln und Dekorationsmaler in Mauren; 1957–58 Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst, München; 1958–61 Akademie der Bildenden Künste, München; 1961–62 Hochschule für Bildende Künste, Berlin. 1962 Eröffnung eines Ateliers für Grafik und Ausstellungsgestaltung in Vaduz.<br />
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Grafiker und Künstler. *30.4.1930 Mauren, †21.10.2018 Vaduz, von Mauren, wohnhaft in Schaanwald (Gemeinde Mauren). Sohn des Georg und der Hilda, geb. Fehr, Tochter des Landtagsabgeordneten [[Fehr, Wilhelm|Wilhelm Fehr]], fünf Geschwister. ⚭ 7.9.1967 Marlen Eberle (*9.8.1941), zwei Kinder.<br />
  
Künstlerische Tätigkeit: Aquarell- und Ölmalerei, Zeichnung, Karikatur, Buchillustration, manueller Bilddruck; Kunst am Bau (u.a. Primarschulen Schaanwald, Ruggell, Nendeln; Gebäude der Landespolizei und der Motorfahrzeugkontrolle, Vaduz); Gestaltung von Postkarten, Sonderstempeln, Ersttagskuverts sowie von über 130 liechtensteinischen Briefmarken. Einzel- und Gruppenausstellungen in Liechtenstein, Österreich, Italien, Bulgarien, Luxemburg und in der Schweiz. 1972 und 2003 Auszeichnung für die weltbeste Briefmarke, 1986 Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz.
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Nach der Grundschule arbeitete Jäger zunächst als Keramikmaler in Nendeln und als Dekorationsmaler in Mauren, besuchte dann die Handelsschule in Feldkirch und war einige Jahre als kaufmännischer Mitarbeiter in der Gerätebau-Anstalt Balzers tätig. Danach absolvierte er eine Ausbildung als Grafiker: 1957–1958 an der Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst in München, 1958–1961 an der Akademie der Bildenden Künste in München und 1961–1962 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1962 eröffnete Jäger in Vaduz das erste Grafikatelier Liechtensteins (Atelier Jäger für Grafik und Ausstellungsgestaltung).<br />
== Archive ==
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* Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein online (AeHLFL).
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Jägers grafisches und künstlerisches Schaffen war vielfältig: Aquarell- und Ölmalerei, Zeichnung, Karikatur, Buchillustration, Plakate, manueller Bilddruck, Fotografie. Dabei spielten Tier- und Naturmotive eine wichtige Rolle. Von ihm stammt die künstlerische Gestaltung der Primarschulen in Schaanwald, Ruggell und Nendeln sowie der Gebäude der Landespolizei und der Motorfahrzeugkontrolle in Vaduz (Kunst am Bau). Mit seinem immensen philatelistischen Werk, das rund 140 zwischen 1960 und 2013 entstandene Briefmarken umfasst, hatte Jäger grossen Einfluss auf die zeitgenössische Form der Liechtensteiner Postwertzeichen. Überdies kreierte er zahlreiche Postkarten, Sonderstempel und Ersttagskuverts.<br />
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Seine Werke waren in Einzel- und Gruppenausstellungen in Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Italien, Bulgarien, Luxemburg und in der Schweiz zu sehen. 1973, 2003 und 2013 gewann Jäger den «Premio Internazionale Asiago d’Arte Filatelica», den bedeutendsten internationalen Philateliepreis, u.a. für die weltweit schönste Briefmarke des Jahres 2012 (Sonderblock «300 Jahre Liechtensteiner Oberland 2012»). 1986 erhielt er für sein Wirken als medialer Multiplikator ökologischer Anliegen eine Anerkennungsgabe des Binding-Preis-Kuratoriums für Natur- und Umweltschutz.<br />
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Als Pionier der liechtensteinischen Grafik prägte Jäger, der sich als Grenzgänger zwischen angewandter und freier Kunst verstand, die liechtensteinische Grafik- und Kunstszene wesentlich mit.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
* ''Louis Jäger:'' Mein Bilddenken, Vaduz 2010.<br />
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* Überzeichnet. Karikaturen aus und über Liechtenstein. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung im Alten Pfarrhof, Kulturzentrum der Gemeinde Balzers, 28. September bis 9. November 2019, hg. von der Gemeinde Balzers, Redaktion: Markus Burgmeier, Balzers 2020, S. 20, 23, 36, 45, 47, 55, 126.
* Almanach 2008. Bildende Kunst in Liechtenstein, hg. Berufsverband Bildender Künstler/innen in Liechtenstein, Triesen 2008, S. 161–168. <br />
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* Louis Jäger als Briefmarkengestalter. Aquarelle und Zeichnungen, Ausstellungskatalog, Postmuseum des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, 16. Juni 2016 bis 5. März 2017, hg. von Rainer Vollkommer (Liechtensteinisches Landesmuseum), Vaduz 2016 [mit einer Kurzbiografie von Hans-Peter Rheinberger].
* Liechtensteinische Staatliche Kunstsammlung. Bestandeskatalog, hg. von Georg Malin, Vaduz 1995. <br />
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* ''Louis Jäger:'' [https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/image/000469264/1/ Mein Bilddenken], Konzept und Gestaltung: Georg Jäger, Vaduz 2010.
* Zeitgenössisches Kunstschaffen aus Liechtenstein. Kornschütte und Kulturpanorama Luzern 15. Juli bis 5. August 1989, Vaduz 1989. <br />
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* Almanach 2008. Bildende Kunst in Liechtenstein, hg. vom BBKL Berufsverband Bildender Künstler/innen in Liechtenstein, Triesen 2008, S. 161–168.
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* Liechtensteinische Staatliche Kunstsammlung. Bestandeskatalog, hg. von Georg Malin, Vaduz 1995, S. 335.
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* Zeitgenössisches Kunstschaffen aus Liechtenstein, Redaktion: Ewald Frick, [Ausstellungskatalog], Vaduz 1989, S. 50–55.
  
 
== Externe Links ==
 
== Externe Links ==
* [http://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4005339 Eintrag zu Louis Jäger] auf SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz.<br />
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* [http://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4005339 Eintrag zu Louis Jäger] auf SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz<br />
* [https://dkl.li/?page=2133&person=177&kind=natuerlich&filter=0&buchstabe=J Eintrag zu Louis Jäger] auf DKL Stiftung Dokumentation Kunst in Liechtenstein.
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* [https://dkl.li/?page=2133&person=177&kind=natuerlich&filter=0&buchstabe=J Eintrag zu Louis Jäger] auf DKL Stiftung Dokumentation Kunst in Liechtenstein<br />
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* Website [http://www.louis-jaeger.com Louis Jäger]
  
== Zitierweise ==
 
<small>Rita Vogt-Frommelt, «{{SEITENNAME}}», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL:  https://historisches-lexikon.li/Jäger,_Louis, abgerufen am {{JETZIGER_TAG}}.{{JETZIGER_MONAT_1}}.{{JETZIGES_JAHR}}.</small>
 
 
== Normdaten ==
 
== Normdaten ==
 
<small>GND: [http://d-nb.info/gnd/1089582587 1089582587]</small>
 
<small>GND: [http://d-nb.info/gnd/1089582587 1089582587]</small>
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== Zitierweise ==
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<small>Rita Vogt-Frommelt, «{{SEITENNAME}}», Stand: 7.5.2021, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL:  https://historisches-lexikon.li/Jäger,_Louis, abgerufen am {{JETZIGER_TAG}}.{{JETZIGER_MONAT_1}}.{{JETZIGES_JAHR}}.</small>
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== Medien ==
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[[Datei:21 080612 ljr Portrait Jürgen Kader v2.jpg|miniatur|Louis Jäger in seinem Atelier in Vaduz, ca. 2008 (© van Eck Verlag, Triesen, Foto: Jürgen Kader).]]
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[[Datei:1960 Europa-Marke L. Jäger LLM Briefmarkenkatalog.png|miniatur|Die erste von Louis Jäger gestaltete Briefmarke: Europa, Wabenmuster, 1960. Sie erregte – auch wegen einer zu geringen Auflage – grosse Aufmerksamkeit (Liechtensteinisches Landesmuseum, Vaduz, Foto: Sven Beham).]]
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[[Datei:090416 Ljr Aqua RGB 013 Schirmbaum.jpg|miniatur|Louis Jäger: Schirmbaum, Aquarell, 2006 (Privatarchiv Georg Jäger, Vaduz).]]

Aktuelle Version vom 4. Juni 2021, 09:55 Uhr

Autorin: Rita Vogt-Frommelt | Stand: 7.5.2021

Grafiker und Künstler. *30.4.1930 Mauren, †21.10.2018 Vaduz, von Mauren, wohnhaft in Schaanwald (Gemeinde Mauren). Sohn des Georg und der Hilda, geb. Fehr, Tochter des Landtagsabgeordneten Wilhelm Fehr, fünf Geschwister. ⚭ 7.9.1967 Marlen Eberle (*9.8.1941), zwei Kinder.

Nach der Grundschule arbeitete Jäger zunächst als Keramikmaler in Nendeln und als Dekorationsmaler in Mauren, besuchte dann die Handelsschule in Feldkirch und war einige Jahre als kaufmännischer Mitarbeiter in der Gerätebau-Anstalt Balzers tätig. Danach absolvierte er eine Ausbildung als Grafiker: 1957–1958 an der Blocherer Schule für freie und angewandte Kunst in München, 1958–1961 an der Akademie der Bildenden Künste in München und 1961–1962 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1962 eröffnete Jäger in Vaduz das erste Grafikatelier Liechtensteins (Atelier Jäger für Grafik und Ausstellungsgestaltung).

Jägers grafisches und künstlerisches Schaffen war vielfältig: Aquarell- und Ölmalerei, Zeichnung, Karikatur, Buchillustration, Plakate, manueller Bilddruck, Fotografie. Dabei spielten Tier- und Naturmotive eine wichtige Rolle. Von ihm stammt die künstlerische Gestaltung der Primarschulen in Schaanwald, Ruggell und Nendeln sowie der Gebäude der Landespolizei und der Motorfahrzeugkontrolle in Vaduz (Kunst am Bau). Mit seinem immensen philatelistischen Werk, das rund 140 zwischen 1960 und 2013 entstandene Briefmarken umfasst, hatte Jäger grossen Einfluss auf die zeitgenössische Form der Liechtensteiner Postwertzeichen. Überdies kreierte er zahlreiche Postkarten, Sonderstempel und Ersttagskuverts.

Seine Werke waren in Einzel- und Gruppenausstellungen in Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Italien, Bulgarien, Luxemburg und in der Schweiz zu sehen. 1973, 2003 und 2013 gewann Jäger den «Premio Internazionale Asiago d’Arte Filatelica», den bedeutendsten internationalen Philateliepreis, u.a. für die weltweit schönste Briefmarke des Jahres 2012 (Sonderblock «300 Jahre Liechtensteiner Oberland 2012»). 1986 erhielt er für sein Wirken als medialer Multiplikator ökologischer Anliegen eine Anerkennungsgabe des Binding-Preis-Kuratoriums für Natur- und Umweltschutz.

Als Pionier der liechtensteinischen Grafik prägte Jäger, der sich als Grenzgänger zwischen angewandter und freier Kunst verstand, die liechtensteinische Grafik- und Kunstszene wesentlich mit.

Literatur

  • Überzeichnet. Karikaturen aus und über Liechtenstein. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung im Alten Pfarrhof, Kulturzentrum der Gemeinde Balzers, 28. September bis 9. November 2019, hg. von der Gemeinde Balzers, Redaktion: Markus Burgmeier, Balzers 2020, S. 20, 23, 36, 45, 47, 55, 126.
  • Louis Jäger als Briefmarkengestalter. Aquarelle und Zeichnungen, Ausstellungskatalog, Postmuseum des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, 16. Juni 2016 bis 5. März 2017, hg. von Rainer Vollkommer (Liechtensteinisches Landesmuseum), Vaduz 2016 [mit einer Kurzbiografie von Hans-Peter Rheinberger].
  • Louis Jäger: Mein Bilddenken, Konzept und Gestaltung: Georg Jäger, Vaduz 2010.
  • Almanach 2008. Bildende Kunst in Liechtenstein, hg. vom BBKL Berufsverband Bildender Künstler/innen in Liechtenstein, Triesen 2008, S. 161–168.
  • Liechtensteinische Staatliche Kunstsammlung. Bestandeskatalog, hg. von Georg Malin, Vaduz 1995, S. 335.
  • Zeitgenössisches Kunstschaffen aus Liechtenstein, Redaktion: Ewald Frick, [Ausstellungskatalog], Vaduz 1989, S. 50–55.

Externe Links

Normdaten

GND: 1089582587

Zitierweise

Rita Vogt-Frommelt, «Jäger, Louis», Stand: 7.5.2021, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Jäger,_Louis, abgerufen am 25.9.2022.

Medien

Louis Jäger in seinem Atelier in Vaduz, ca. 2008 (© van Eck Verlag, Triesen, Foto: Jürgen Kader).
Die erste von Louis Jäger gestaltete Briefmarke: Europa, Wabenmuster, 1960. Sie erregte – auch wegen einer zu geringen Auflage – grosse Aufmerksamkeit (Liechtensteinisches Landesmuseum, Vaduz, Foto: Sven Beham).
Louis Jäger: Schirmbaum, Aquarell, 2006 (Privatarchiv Georg Jäger, Vaduz).