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Kapelle St. Maria: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Autorin: Judith Niederklopfer-Würtinger  |  Stand: 31.12.2011 ===
 
=== Autorin: Judith Niederklopfer-Würtinger  |  Stand: 31.12.2011 ===
Katholische Kapelle, Gemeinde und Pfarrei Triesen, 468 m ü.M. Patrozinium und Kapelle 1415 erstmals erwähnt. Archäologisch nachgewiesen ist ein Vorgängerbau zur heutigen Kapelle St. Maria, der entweder um 1415 erweitert oder zwischen 1415 und 1429 neu errichtet wurde: über Kellergewölbe Längsschiff mit eingezogener, halbkreisförmiger Apsis im Osten. Zwischen 1415 und 1429 Anbau eines weiteren Kellers im Westen. 1513 bauliche Veränderungen und Weihe eines Seitenaltars. Die Kapelle St. Maria war als Teil eines Hofs im Besitz des [[Sankt Luzi (Kloster, Priesterseminar)|Klosters Sankt Luzi]] in Chur. 1553 ging sie in den Besitz [[Ramschwag, Balthasar von|Balthasars von Ramschwag]] über, 1610 wieder an das Kloster St. Luzi, 1721 an die Gemeinde Triesen, wobei das Patronatsrecht jeweils beim Kloster blieb. 1595 sind zwei Altäre erwähnt. 1653 Neubau unter Einbezug der Südwand der alten Kapelle; Längsschiff mit dreiseitig abgeschlossenem Chor im Osten. 1654 Weihe dreier Altäre und Turmbau. Das heutige Aussehen der Kapelle geht auf die Baumassnahmen von 1653–54 und im Innern wesentlich auf die Renovation von 2001–02 mit der Rückführung in den barocken Zustand zurück. Das Schiff zeigt seither wieder eine flache Gipsdecke mit Stuckprofilen an den Rändern. Holzdecke der Renovation von 1964 entfernt. Eine frühere Walmdecke von 1653, Bretter mit Sternendekor auf blauem Grund, wurde 2001/02 im Dachgebälk des Schiffs wieder aufgespannt. An der Südwand 1964 freigelegte Fresken mit Marienzyklus (um 1415). Wandflächen um Fenster in Chor und Schiff: Rankenwerk 17. Jahrhundert. Ausstattung: Barocker Hochaltar: Altarblatt von G.W. Gressner (Chur, GR), den Zorn Gottes darstellend (sogenanntes Pestbild). Zwei barocke Seitenaltäre, der hl. Anna und dem Rosenkranzgeheimnis gewidmet.
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Katholische Kapelle, Gemeinde und Pfarrei Triesen, 468 m ü.M. Patrozinium und Kapelle 1415 erstmals erwähnt. Archäologisch nachgewiesen ist ein Vorgängerbau zur heutigen Kapelle St. Maria, der entweder um 1415 erweitert oder zwischen 1415 und 1429 neu errichtet wurde: über Kellergewölbe Längsschiff mit eingezogener, halbkreisförmiger Apsis im Osten. Zwischen 1415 und 1429 Anbau eines weiteren Kellers im Westen. 1513 bauliche Veränderungen und Weihe eines Seitenaltars. Die Kapelle St. Maria war als Teil eines Hofs im Besitz des [[Sankt Luzi (Kloster, Priesterseminar)|Klosters Sankt Luzi]] in Chur. 1553 ging sie in den Besitz [[Ramschwag, Balthasar von|Balthasars von Ramschwag]] über, 1610 wieder an das Kloster St. Luzi, 1721 an die Gemeinde Triesen, wobei das Patronatsrecht jeweils beim Kloster blieb. 1595 sind zwei Altäre erwähnt. 1653 Neubau unter Einbezug der Südwand der alten Kapelle; Längsschiff mit dreiseitig abgeschlossenem Chor im Osten. 1654 Weihe dreier Altäre und Turmbau.<br />
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Das heutige Aussehen der Kapelle geht auf die Baumassnahmen von 1653–54 und im Innern wesentlich auf die Renovation von 2001–02 mit der Rückführung in den barocken Zustand zurück. Das Schiff zeigt seit 2001/02 wieder eine flache Gipsdecke mit Stuckprofilen an den Rändern. Die Holzdecke der Renovation von 1964 wurde entfernt. Eine frühere Walmdecke von 1653 mit Brettern mit Sternendekor auf blauem Grund wurde 2001/02 im Dachgebälk des Schiffs wieder aufgespannt. An der Südwand 1964 freigelegte Fresken mit Marienzyklus (um 1415). Wandflächen um Fenster in Chor und Schiff: Rankenwerk 17. Jahrhundert. Zur Ausstattung gehören der barocke Hochaltar mit einem Altarblatt von G.W. Gressner (Chur, GR), den Zorn Gottes darstellend (sogenanntes Pestbild), sowie zwei barocke Seitenaltäre, die der hl. Anna respektive dem Rosenkranzgeheimnis gewidmet sind.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
 
* ''Cornelia Herrmann:'' Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bd. 2: Das Oberland, Bern 2007 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Neue Ausgabe, Bd. 112), S. 124–135.<br />  
 
* ''Cornelia Herrmann:'' Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bd. 2: Das Oberland, Bern 2007 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Neue Ausgabe, Bd. 112), S. 124–135.<br />  
* Marienkapelle Triesen, 2002. <br />  
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* Marienkapelle Triesen, hg. von der Gemeinde Triesen, Triesen 2003. <br />  
 
* ''Erwin Poeschel:'' Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1950 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Sonderband), S. 130–135.
 
* ''Erwin Poeschel:'' Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1950 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Sonderband), S. 130–135.
  

Aktuelle Version vom 28. Juli 2020, 08:19 Uhr

Autorin: Judith Niederklopfer-Würtinger | Stand: 31.12.2011

Katholische Kapelle, Gemeinde und Pfarrei Triesen, 468 m ü.M. Patrozinium und Kapelle 1415 erstmals erwähnt. Archäologisch nachgewiesen ist ein Vorgängerbau zur heutigen Kapelle St. Maria, der entweder um 1415 erweitert oder zwischen 1415 und 1429 neu errichtet wurde: über Kellergewölbe Längsschiff mit eingezogener, halbkreisförmiger Apsis im Osten. Zwischen 1415 und 1429 Anbau eines weiteren Kellers im Westen. 1513 bauliche Veränderungen und Weihe eines Seitenaltars. Die Kapelle St. Maria war als Teil eines Hofs im Besitz des Klosters Sankt Luzi in Chur. 1553 ging sie in den Besitz Balthasars von Ramschwag über, 1610 wieder an das Kloster St. Luzi, 1721 an die Gemeinde Triesen, wobei das Patronatsrecht jeweils beim Kloster blieb. 1595 sind zwei Altäre erwähnt. 1653 Neubau unter Einbezug der Südwand der alten Kapelle; Längsschiff mit dreiseitig abgeschlossenem Chor im Osten. 1654 Weihe dreier Altäre und Turmbau.

Das heutige Aussehen der Kapelle geht auf die Baumassnahmen von 1653–54 und im Innern wesentlich auf die Renovation von 2001–02 mit der Rückführung in den barocken Zustand zurück. Das Schiff zeigt seit 2001/02 wieder eine flache Gipsdecke mit Stuckprofilen an den Rändern. Die Holzdecke der Renovation von 1964 wurde entfernt. Eine frühere Walmdecke von 1653 mit Brettern mit Sternendekor auf blauem Grund wurde 2001/02 im Dachgebälk des Schiffs wieder aufgespannt. An der Südwand 1964 freigelegte Fresken mit Marienzyklus (um 1415). Wandflächen um Fenster in Chor und Schiff: Rankenwerk 17. Jahrhundert. Zur Ausstattung gehören der barocke Hochaltar mit einem Altarblatt von G.W. Gressner (Chur, GR), den Zorn Gottes darstellend (sogenanntes Pestbild), sowie zwei barocke Seitenaltäre, die der hl. Anna respektive dem Rosenkranzgeheimnis gewidmet sind.

Literatur

  • Cornelia Herrmann: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bd. 2: Das Oberland, Bern 2007 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Neue Ausgabe, Bd. 112), S. 124–135.
  • Marienkapelle Triesen, hg. von der Gemeinde Triesen, Triesen 2003.
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1950 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Sonderband), S. 130–135.

Zitierweise

Judith Niederklopfer-Würtinger, «Kapelle St. Maria», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kapelle_St._Maria, abgerufen am 13.8.2020.

Medien

Kapelle St. Maria, Triesen, 1988 (LI LA). Foto: Klaus Schädler, Triesenberg. Rechts neben der Kapelle ist die Fassade der Weberei Jenny, Spoerry & Cie. sichtbar.