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Näscher, Franz

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Autor: Redaktion | Stand: 16.11.2020

Priester. *24.7.1938 Gamprin, † 6.11.2020 Spital Vaduz, katholisch, von Gamprin. Sohn des Landwirts Johann und der Theresia, geb. Heeb, drei Geschwister.

Nach dem Besuch der Realschule in Eschen (1951–1954) und des Gymnasiums Mehrerau in Bregenz (1954–1960) studierte Näscher von 1960 bis 1965 Theologie am Priesterseminar St. Luzi in Chur (GR). Am 4.4.1965 erhielt er die Priesterweihe. Danach Aushilfsvikar in Zürich (1965) und von 1965 bis 1975 Vikar in Siebnen (SZ). Nach seiner Rückkehr nach Liechtenstein war Näscher von 1975 bis 1979 Kaplan in Balzers und von 1979 bis 2003 Pfarrer in Vaduz. Ab 2003 Ruhestand in Bendern (Gemeinde Gamprin); häufige Tätigkeit als Aushilfspriester.

Das theologische Denken und das pastorale Wirken Näschers waren geprägt von Papst Johannes XXIII., vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) und vom Anliegen der Ökumene. Von 1972 bis 1974 engagierte sich Näscher in der Churer Synode 72. Ausserdem war er Mitglied verschiedener regionaler und diözesaner Gremien, unter anderem der Diözesanen Katechetischen Kommission (1964–1983), des Diözesanen Seelsorgerats (1975–1978) und des Diözesanen Priesterrats (1983–1986, 1995).

Von 1978 bis 1986 und 1995 bis 1997 war Näscher Dekan des Dekanats Liechtenstein, dazwischen von 1989 bis 1995 Mitglied des Administrationsrates des Dekanats. In seine Amtszeit als Dekan fielen unter anderem die Gründung der Arbeitsstellen für Erwachsenenbildung und für kirchliche Jugendarbeit 1979, die Landespilgerfahrt nach Rom 1983, der Pastoralbesuch von Papst Johannes Paul II. 1985 und die anschliessende Volksmission, aber auch die Auflösung des Dekanats 1997 infolge der Gründung des Erzbistums Vaduz.

Stark empfand Näscher eine «Polarisierung und Spaltung» der Katholischen Kirche Liechtensteins durch die ab 1988 und 1997 folgenden Entwicklungen im Bistum Chur und in Liechtenstein. Auch aufgrund seiner Stellung als Dekan konnte er sich den Auseinandersetzungen nicht entziehen. Wohl wegen seiner Verbundenheit mit den Katholiken im Land liess er sich ins neu geschaffene Erzbistum Vaduz inkardinieren.

Näscher verfasste mehrere Publikationen zu religionsgeschichtlichen Themen, darunter eine umfangreiche Prosopografie zu liechtensteinischen und in Liechtenstein tätigen Geistlichen und Ordensleuten («Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins», 2009).

Ehrungen: 1985 Komturkreuz des fürstlich liechtensteinischen Verdienstordens, 1986 Ehrenzeichen Pro Ecclesia et Pontifice, 1988 Fürstlicher Geistlicher Rat, 2003 Ehrenmitglied des Kirchenchors Vaduz.

Werkauswahl

  • Franz Näscher: Vom Dekanat Liechtenstein zum Erzbistum Vaduz. Persönliche Dokumentation der Jahre 1997 bis 2000, Vaduz 2015.
  • Franz Näscher: Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins, Bd. 1: Seelsorger in den Pfarreien, Bd. 2: Berufungen aus den Gemeinden, Bd. 3: Ordensleute in Schule und Pflege, Vaduz 2009.


Archive

  • Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein online (AeHLFL).

Literatur

  • Franz Näscher: Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins, Bd. 2: Berufungen aus den Gemeinden, Vaduz 2009, S. 316–318.
  • Liechtensteiner Vaterland, 19.4.2005, S. 7 («Glückwunsch an Pfarrer Näscher in Bendern»).
  • Klaus Biedermann: Das Dekanat Liechtenstein 1970 bis 1997. Eine Chronik des kirchlichen Lebens, Vaduz 2000, S. 56f., 58, passim.

Zitierweise

Redaktion, «Näscher, Franz», Stand: 16.11.2020, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Näscher,_Franz, abgerufen am 22.4.2021.

Normdaten

GND: 111625424