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Rauz

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Autor: Johann Oehry | Stand: 31.12.2011

Alp im Rauztal (Klostertal) oberhalb von Stuben, Gemeinde Klösterle (Vorarlberg); seit 1915 im Besitz der Gemeinde Gamprin. 1500–2809 m ü.M., Gesamtfläche 702 ha, davon 209 ha produktive Weidefläche. Name Rauz von Raut (Rodung); 1482 urkundlich erwähnt («Rutz»).

1914 beschloss die Gampriner Bürgerversammlung, Rauz für 60 000 Kronen von den damaligen Privatbesitzern aus Wald, Bings und Stuben (alle Vorarlberg) sowie St. Anton (Tirol) zu kaufen. Fürst Johann II. von Liechtenstein übernahm 10 000 Kronen als Entgelt für den entgangenen Kauf der Alp Sücka. 1917 traten die Statuten der Gemeindealp in Kraft. Die Fläche von Rauz änderte sich mehrmals durch teils erzwungene Gebietsabtretungen, u.a. für Aufforstungen und Strassenbau, sowie durch Zukauf. 1923 erwarb die Gemeinde Gamprin «Schulers Stall» (1869 errichtet) mit 23 Weiderechten. Bis 1963 war Rauz Kuhalp, seither ist es Galtalp. Seit 1997 ist die max. Bestossung auf 120 Grossvieheinheiten festgelegt. 2004 wurden 189 Rinder gesömmert, davon gut die Hälfte aus Gamprin und Mauren, die übrigen v.a. aus der Schweiz.

1930 Errichtung eines neuen Stalls, der 1962–63 zusammen mit der Alphütte (1620 m ü.M.) ausgebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg befanden sich auf Rauz ein Ausbildungscamp für deutsche Gebirgsjäger sowie ein Zwangsarbeiterlager. Rauz bildet ein Jagdrevier und ist Teil des Skigebiets Stuben.

Literatur

Vorarlberger Flurnamenbuch I/1, 1970, 123, 130; Gamprin, unser Dorf, 1988, 70–72; E. Elkuch: Die Unterländer Alpen in Vorarlberg, in: Bergheimat 1999, 25–39; A. Marxer, J. Oehry: Die Unterländer Alpen in Vorarlberg, in: Eintracht 38 (2005), 9–28; H. Thöni: Stuben am Arlberg, 2005.

Zitierweise

Johann Oehry, «Rauz», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Rauz, abgerufen am 21.5.2019.